Eine Chronik für Freienwil

Das Projekt Eine Chronik für Freienwil ist auf Initiative der Mobiliar entstanden und wurde in enger Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde Freienwil, der Künstlerin Ruth Erdt und der Mobiliar realisiert. Die gleichnamige Publikation wird am 16. Juni 2018 anlässlich des Dorffestes in der Gemeinde Freienwil allen Beteiligten überreicht.

Sommer 2005. Ein schlimmes Hochwasser in der Schweiz fordert sechs Tote. Die Verwüstung ist enorm. Nur schon der rein finanzielle Gesamtschaden beläuft sich auf rund 3 Milliarden Franken. Nach dieser grossen Katastrophe äufnet die Mobiliar – ganz im Sinne ihres Gesellschaftsengagements für die gesamte Schweizer Allgemeinheit – einen Fonds für Präventionsprojekte im Hochwasserschutz.
Seitdem haben wir uns bereits mit rund 36 Millionen Franken an Hochwasserschutzmassnahmen im ganzen Land beteiligt. Und die von der Mobiliar unter­stützten Projekte verfehlen ihre Wirkung nicht. Dies zeigte sich beispielsweise in der Gemeinde Vordem­wald bei Zofingen, in der nach den Unwetterschäden im Mai 2013 eine Oberflächenwasserfassung errichtet wurde. Dank dieses Baus registrierte die Gemeinde trotz des massiven Unwetters im Sommer 2017 deut­lich weniger Schadenfälle. Und in Bondo verhinderten der 2015 erstellte grosse Geschiebesammler und die Alarmanlage grössere Verwüstungen.

In Freienwil im Kanton Aargau verknüpfen wir diesen Bereich unseres Gesellschaftsengagements mit einem künstlerischen Projekt. Die Gemeinde bot sich für dieses Pilotprojekt an, da die Präventionsmassnahme nicht nur eine Verlegung des Maasbachs vorsah, sondern auch die Neugestaltung des Ortskerns. Im Zentrum stand für die Bevölkerung die Frage, wie der neue mit dem alten Teil des Dorfes verbunden werden könnte. Dies bot uns Anlass für einen besonders innovativen Ansatz, um auch den gesellschaftsbildenden Prozess in Freienwil zu unterstützen.

Wir konnten die in Zürich und Berlin lebende Fotografin und Künstlerin Ruth Erdt gewinnen, ein ganz besonderes, identitäts­stiftendes und partizipatives Projekt in und für Freienwil zu realisieren: Eine Chronik für Freienwil. Ruth Erdt verlegte eigens für dieses Projekt ihren Wohnsitz von April bis Oktober 2017 in den Dorfkern von Freienwil, wurde also temporäres Mitglied der Gemeinde, und fotografierte alle Bewohnerinnen und Bewohner, die sich bei ihr für ein Fotoshooting angemeldet hatten. Dabei wurde Ruth Erdt von rund 135 der insgesamt 460 Haushalte in Freienwil eingeladen. Aus diesem sehr persönlichen Fotomaterial ist nun ein Buch entstanden, das wir allen Beteiligten überreichten.

Bereits heute steht fest, dass das Projekt Eine Chronik für Freienwil innerhalb der Dorfgemeinde zahlreiche Impulse angestossen hat, etwa Gespräche über das Verhältnis zwischen Stadt und Land, über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, über den Sinn von Kunst und Kultur oder auch über die Herausforderung, in unserer schnelllebigen Zeit den direkten Kontakt zu den Nachbarn nicht zu verlieren.

Eine Chronik für Freienwil ist ein einzigartiges Dokument geworden für die vielen verschiedenen Gesichter und Lebensweisen in einer kleinen Gemeinde – und dafür, wie Kunst das Gemeinschaftsgefühl stärken kann. Unser herzlicher Dank gilt zunächst dem Gemeindeammann Robert Müller und seinem gesamten Gemeinderat für die hervorragende Zusammenarbeit. Wir danken der Künstlerin Ruth Erdt, dass sie sich mit so viel Verve auf dieses Experiment eingelassen hat – es ist gelungen! Und wir danken herzlich all jenen Freienwilerinnen und Freienwilern, die neugierig und offen dieses Projekt mit uns gemeinsam realisiert haben.

 

In der untenstehenden Galerie finden Sie bereits Eindrücke aus der Publikation (Copyright: Ruth Erdt)