Kunst & Nachhaltigkeit Vol. 10

digital, real – Teil 2, Malerei Hanspeter Hofmann / Thomas Werner

Mit «digital, real» starteten wir 2017 ein dreiteiliges Projekt, in dem wir uns aus der Perspektive der Kunst mit dem digitalen Wandel beschäftigen. Im zweiten Teil stellen wir nun die Malerei ins Zentrum. 

Uns interessiert, wie dieses traditionelle Medium auf Themen wie virtuelle Welten und künstliche Intelligenz reagiert. Denn kaum eine Kunstgattung wurde durch die technischen und gesellschaftlichen Entwicklungen immer wieder so stark herausgefordert wie die Malerei – und hat sich auch dadurch immer wieder neu erfunden.

Wir haben zwei Maler eingeladen, die man auf den ersten Blick nicht mit digitalen Bildwelten verbindet: Hanspeter Hofmann und Thomas Werner. Und doch erscheinen ihre Arbeiten wie zeitgenössische Reflexionen auf die fliessenden Prozesse zwischen digitaler und realer Welt. Hofmann und Werner holen sich Impulse aus Wissenschaft und Forschung, lassen sich von der heterogenen Bilderflut im Internet anregen und reagieren mit ihrer Bildästhetik auch auf Lifestyle-Phänomene. Beide Künstler interessiert ein fragmentiertes, ein in sich nicht geschlossenes Bild der Wirklichkeit – experimentell, unerwartet, irisierend.

Die Künstler

Thomas Werner (geb. 1957) lebt in Frankfurt am Main. Er studierte an der Kunstakademie in Karlsruhe bei Georg Baselitz. Ganz anders der in Basel lebende Hanspeter Hofmann (geb. 1960): Nach einer erfolgreichen Karriere in der Chemieforschung entschied er sich erst Anfang der 1990er-Jahre für die Kunst. Zwei Maler, zwei unterschiedliche Biografien – doch was sie beide verbindet, ist ihr analytischer Forscherblick und ihr tiefes Interesse an der emotionalen Kraft von Malerei. Hanspeter Hofmann und Thomas Werner konnten ihre Werke bereits international in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen präsentieren, sie sind in namhaften Sammlungen vertreten. In Bern werden beide Künstler zum ersten Mal ausgestellt.