Aareböötle

Mit dem Gummiboot auf der Aare von Thun nach Bern

Das Aareböötle gilt als die schönste Sommeraktivität in Bern: Lassen Sie sich auf dem smaragdgrünen Fluss durch die malerische Natur treiben und lauschen Sie dem leisen Rieseln der Steine auf dem Aaregrund. Hier erfahren Sie, wie Sie sicher ans Ziel kommen. Die Mobiliar wünscht gute Fahrt. Passen Sie auf sich auf!

  • Lesezeit: 14 Minuten
  • Letztes Update: November 2025
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Checkliste Aareböötle heute

Route wählen

Wetterbericht und Wassermenge überprüfen

Ein- und Ausstieg festlegen

Material kontrollieren

Sicherheits- und Umweltaspekte beachten

Routen mit Einstieg und Ausstieg

Das sind die beliebtesten Aareböötle-Routen zwischen Thun, Bern und dem Wohlensee mit Ein- und Auswasserungsstellen, ungefährer Fahrzeit sowie der Distanz.

Einstieg: Motorparkstrasse, 3613 Steffisburg (Schwäbis)

Ausstieg 1: Eichholz, Strandweg 45, 3084 Wabern
Ausstieg 2: Nach Freibad Marzili, Dalmazibrücke, 3005 Bern

Hinweise

An der Einstiegsstelle in Schwäbis befindet sich eine Selbstbedienungs-Pumpstation, die mit 2-Fränklern funktioniert. Das Pumpen eines Bootes kostet maximal 4 Franken.

Achtung: Ca. 20 Minuten nach dem Einstieg kommt die Uttigenschwelle, ein lokales Gefälle mit unter Wasser liegenden Felsblöcken. Mehr dazu weiter unten unter «Durchquerung der Uttigenwelle»

Einstieg 1: Nach Matteschwelle beim Restaurant Schwellenmätteli, Dalmaziquai 11, 3000 Bern
Einstieg 2: Nach Altenbergsteg am Uferweg, 3013 Bern

Ausstieg 1*: Visavis Eymatt-Camping auf der rechten Uferseite beim Stägmatt-Steg
Ausstieg 2: Rechte Uferseite unmittelbar nach Wohleibrücke

Hinweise

*Bitte nicht Rampe des Rowing Club Bern auf der linken Uferseite benützen. Die soll für das Ein- und Auswassern langer Sport-Ruderboote freibleiben.

Um das Stauwehr Engehalde passieren zu können, muss das Gummiboot aus- und wieder eingewassert werden (siehe Karte).

Die Dauer dieser Route kann bei Niedrigwasser auch deutlich länger sein als die maximal angegebene Zeit, da beim Stauwehr Engehalde 100 Kubikmeter Wasser pro Sekunde abgezweigt werden.

Dementsprechend kann die Strecke zwischen dem Stauwehr Engehalde und dem Kraftwerk Felsenau (ca. 8 km) bei Niedrigwasser gut und gerne die dreifache Zeit in Anspruch nehmen.

Einstieg 1: Nach Matteschwelle beim Restaurant Schwellenmätteli, Dalmaziquai 11, 3000 Bern
Einstieg 2: Nach Altenbergsteg am Uferweg, 3013 Bern

Ausstieg: Kurz vor der Felsenaubrücke auf der linken Seite

Hinweise

Um das Stauwehr Engehalde passieren zu können, muss das Gummiboot aus- und wieder eingewassert werden (siehe Karte).

Die Dauer dieser Route kann bei Niedrigwasser auch deutlich länger sein als die maximal angegebene Zeit, da beim Stauwehr Engehalde 100 Kubikmeter Wasser pro Sekunde abgezweigt werden.

Dementsprechend kann die Strecke zwischen dem Stauwehr Engehalde und dem Kraftwerk Felsenau (ca. 8 km) bei Niedrigwasser gut und gerne die dreifache Zeit in Anspruch nehmen.

Karte der Routen für das Aareböötle

Über die Schaltfläche oben links auf der Karte können Sie weitere Routen ein- und ausblenden.


Karte in Google Maps öffnen



Aare-Karten mit weiterführenden Infos
Aarekarte der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG)
Flusskarte von Sebastian Wälti von Aarelauf.ch

Vorbereitung

Wählen Sie die Route und definieren Sie Ein- und Ausstieg (siehe Karte). Beim Einstieg Thun (Schwäbis) gibt es eine Self-Service-Pumpstation (2-Fränkler mitnehmen). Beim Einstieg in Uttigen können Sie bei schönem Wetter Ihr Gummiboot an einer mobilen Pumpstation auf dem Parkplatz des Bahnhofs Uttigen aufpumpen lassen. Hier können Sie auch mit Twint bezahlen.

Informieren Sie sich über das Wetter und die Wassermenge am Tag der Flussfahrt, z.B. auf aare.guru. Für Anfänger:innen und Familien sollte die Wassermenge zwischen 100 und 180 Kubikmeter pro Sekunde liegen. Bei einer Wassermenge zwischen 180 und 230 Kubikmeter pro Sekunde sollten nur erfahrene Aareböötler:innen starten. Ab einer Wassermenge von über 230 Kubikmeter pro Sekunde raten wir vom Aareböötle ab.

Kontrollieren Sie vor jeder Fahrt Ihre Ausrüstung auf Vollständigkeit und Funktionstüchtigkeit. Dies gilt auch für ausgeliehene Gummiboote:

  • Gummiboot
  • Verschluss-Ventile für sämtliche Kammern
  • 2 Paddel
  • Pumpe (mit passenden Aufsätzen)
  • 1 Schwimmweste pro Person
  • Optional: 2 aufblasbare Kissen für Gummiboot
  • Empfohlen: Kunststoff-Fass mit klappbarer Sackkarre und Seil mit Karabiner zur Befestigung am Boot
  • Empfohlen: Unterwasser-Reparatur-Klebeband

Wenn Sie ein Schlauchboot mieten möchten, tun Sie dies frühzeitig, da die Bootsvermietungen an schönen Tagen am Wochenende oft ausgebucht sind. Ein gemietetes Gummiboot hat den Vorteil, dass Sie keine Ausrüstung mit sich herumschleppen und das Boot weder aufblasen noch entleeren müssen. Bitte kaufen Sie kein Gummiboot für eine einzige Fahrt, da dies viel Abfall produziert (mehr dazu unter Umwelt).

Es lohnt sich, die Kleider in einem wasserdichten Aaresack im Boot zu verstauen. Es hat sich bewährt, Handy und Portemonnaie für zusätzlichen Schutz in einem separaten Drybag zu verstauen, falls der Aaresack nicht dicht ist. Vergessen Sie die Sonnencrème nicht und nehmen Sie genug zu trinken mit.

Während der Flussfahrt kann es zu Beschädigungen am Gummiboot kommen, z.B. wenn man in Ufernähe Bäume, Sträucher oder Steine touchiert oder mit dem Boot auf Grund läuft. Mit Unterwasser-Reparatur-Klebeband lassen sich auch grössere Löcher und Schnitte im Handumdrehen reparieren. 

Die beschädigten Stellen werden durch das Klebeband gut sichtbar markiert und können nach der Fahrt in Ruhe fachgerecht repariert werden. Wir empfehlen 5 cm breites Unterwasser-Klebeband, das in kompakten Rollen ab 1,5 m erhältlich ist.

Alternativ können Löcher auch mit einem Reparaturset, das oft im Lieferumfang des Schlauchbootes enthalten ist, geflickt werden. Dies dauert jedoch länger und die zu reparierende Stelle muss während der Reparatur trocken sein.

Wie gefährlich ist Aareböötle?

Leider passieren beim Aareböötle immer wieder Unfälle. In den meisten Fällen kommen die Betroffenen mit dem Schrecken davon. Gefährlich wird es hingegen, wenn Personen im Wasser in Panik geraten, ohnmächtig werden oder unter Wasser gedrückt bzw. gezogen werden. 

Dies kann passieren, wenn Mitfahrende ins Wasser fallen, beim Schwimmen unter Wasser gezogen werden, das Gummiboot kentert oder z.B. an einem Brückenpfeiler hängenbleibt. Die folgenden Szenarien sollen veranschaulichen, wie Sie sich in brenzligen Situationen richtig verhalten.

Am häufigsten von Unfällen in der Aare betroffen sind Schwimmer:innen. Mögliche Unfall-Szenarien sind Wirbel, Kollision mit Hindernissen, Panik oder Unterkühlung. Schwimmen Sie deshalb nie allein in der Aare, tragen Sie eine Schwimmweste, schwimmen Sie nicht zu nahe am Ufer, halten Sie Abstand zu Brückenpfeilern und bleiben Sie nur kurz in kaltem Wasser. Achtung: Wenn Schwimmer:innen in Panik geraten, kann es vorkommen, dass sie sich an andere klammern oder gar andere unter Wasser drücken.

Sollten Sie in einen Wirbel geraten, der Sie nach unten zieht, bleiben Sie ruhig und schwimmen Sie zuerst unter Wasser horizontal in Richtung der Strömung vom Strudel weg, bevor sie vertikal wieder auftauchen. Der Wirbel hat eine starke vertikale Saugkraft nach unten, die horizontale Kraft zum Zentrum des Wirbels hin ist unter Wasser hingegen gering. Je nach Tiefe, können Sie sich auch ganz nach unten ziehen lassen, um dort aktiv abzustossen, horizontal vom Wirbel wegzuschwimmen und dann wieder aufzutauchen.

Bei Wellen, wie sie durch unter Wasser liegende Felsbrocken entstehen, kann es vorkommen, dass Mitfahrende aus dem Boot fallen. Gefährlich ist dies in der Regel nur, wenn die Person mit dem Kopf aufschlägt und ohnmächtig wird oder in Panik gerät.

Sensibilisieren Sie daher Ihre Besatzung, Ruhe zu bewahren und möglichst nicht mit dem Kopf voran aus dem Boot zu fallen. Der Sturz aus dem Boot gelingt am besten, wenn man sich am Halteseil des Schlauchbootes festhält.

Die Gefahr, mit dem Schlauchboot zu kentern, besteht vor allem bei der Uttigenwelle (siehe Karte), bei der Kollision mit Brückenpfeilern oder im Wasser liegenden Bäumen. Beim Passieren von Brücken und der Uttigenwelle ist deshalb besondere Vorsicht geboten.

Solange das Gummiboot nirgends festhängt, ist es auch in umgedrehtem Zustand kurzfristig eine sichere Schwimmhilfe. Vergewissern Sie sich zuerst, dass alle in Ordnung sind und keine Paddel oder Gepäckstücke davonschwimmen. Drehen Sie das Boot anschliessend zusammen mit dem Rest der Crew wieder auf die richtige Seite und setzen Sie die Fahrt fort.

Weniger gut ist es, wenn man sich nach dem Kentern unter dem umgedrehten Schlauchboot befindet. Hier kann man leicht in Panik geraten. Intuitiv will man unter dem Boot hervortauchen, was mit Schwimmweste gar nicht so leicht gelingt. Bewahren Sie Ruhe und versuchen Sie sich am Halteseil unter dem Bootsrand hindurchzuziehen oder das Boot leicht anzuheben.

Bleibt das Boot an einem Brückenpfeiler oder einem umgestürzten Baum hängen, werden die Passagiere:innen in der Regel aus dem Schlauchboot gespült, da das Boot von der Strömung unter Wasser gedrückt wird. Bei einem Fass an einem Seil genügt es übrigens, wenn das Fass auf der anderen Seite des Brückenpfeilers die Brücke passiert. Die Strömung ist dann stark genug, um das Gummiboot zurückzuhalten.

In diesem Fall besteht die Gefahr, dass jemand zwischen dem Boot und dem Brückenpfeiler unter Wasser eingeklemmt wird. Deshalb sollten sämtliche Passagier:innen das Boot frühzeitig verlassen, bevor es unter Wasser gedrückt wird. Wenn alle gut vom Boot weggekommen sind und Paddel und Gepäck unter Kontrolle sind, sollten Sie ans Ufer schwimmen und an Land zum Boot zurückkehren.

Bei Brückenpfeilern ist es meist keine gute Idee, Bergungsversuche zu starten, zumal diese mit hohem Risiko verbunden sind. Gehen Sie in jedem Fall mit äusserster Vorsicht vor und lassen Sie das Boot im Zweifelsfall zurück. Achten Sie darauf, dass Sie sich nicht an unter Wasser liegenden Bäumen verletzen oder versehentlich am Boot oder an Ästen hängenbleiben.

Wenn Sie das Boot zurücklassen, müssen Sie den Vorfall der Polizei unter der Nummer 112 oder 117 melden, um keine Suchaktion auszulösen.

Die Uttigenwelle befindet sich unmittelbar unterhalb der Uttigenbrücke (Eisenbahnbrücke) ca. 5,3 Kilometer nach dem Einstieg in Thun. Die Welle wird durch ein lokales Gefälle und mehrere unter Wasser liegende Felsbrocken verursacht. Befahren Sie die Uttigenwelle nur, wenn Sie sich sicher fühlen und tragen Sie dabei eine Schwimmweste.  Halten Sie sich während der Überquerung und falls Sie ins Wasser fallen am Boot fest. 

Für die Überquerung der Uttigenwelle gibt es zwei bewährte Routen:

  1. Die erste Route führt nahe am rechten Ufer an der Welle vorbei und dann so schnell wie möglich zurück zur Flussmitte. Wer zu lange am rechten Ufer bleibt, läuft in Gefahr, ins Widerwasser zu geraten und in die Welle hineingezogen zu werden. Rudern Sie deshalb nach der Welle mit vereinten Kräften in Richtung Flussmitte.
     
  2. Die zweite Route führt durch die Mitte der Welle. Sie ist bei niedrigem Wasserstand nicht zu empfehlen, da die Felsbrocken dann nur wenig überspült werden und die Welle insgesamt unruhiger ist. Die Gefahr, dass das Gummiboot in der Welle kentert, ist relativ hoch.

In Kurven, vor Halbinseln und bei Wind kann das Gummiboot ans Ufer getrieben werden. Hier besteht die Gefahr, dass das Boot und seine Insassen von umgeknickten Bäumen, herunterhängenden Ästen oder Büschen zerkratzt oder gar «aufgespiesst» werden. Dabei können Personen verletzt und das Boot beschädigt werden. Stossen Sie in diesem Fall mit Paddel, Händen und Füssen aktiv vom Ufer bzw. den Bäumen und Ästen ab und verhindern Sie, dass Menschen und Gummiboot zu Schaden kommen.

Die meisten Schlauchboote verlieren mit der Zeit Luft durch kleine Löcher, die während des Gebrauchs unbemerkt entstehen können. Solange es sich nur um kleine Löcher handelt, sollten Sie trotzdem sicher ans Ziel kommen. Denn Gummiboote haben aus Sicherheitsgründen bewusst mehrere Kammern. Idealerweise haben Sie ein Unterwasser-Reparatur-Klebeband dabei, um Löcher bei Bedarf unterwegs flicken zu können.

Häufige Fehler

Nachfolgend haben wir eine Liste mit häufigen Fehlern zusammengestellt. Zum einen oder anderen Punkt könnten wohl die meisten Aareböötler:innen ein Lied singen.

Obwohl die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG) in den Flussregeln explizit das Zusammenbinden von Gummibooten untersagt, wird dies in der Praxis noch immer häufig gemacht. Bitte tun Sie das nicht. Zusammengebundene Gummiboote sind kaum noch manövrierfähig. 

Dies ist eine Gefahr für die Mitfahrenden, Schwimmer:innen und andere Aareböötler:innen: Die Boote können an einem Brückenpfeiler hängenbleiben und unter Wasser gedrückt werden. Bei lose zusammengebundenen Booten können sich zudem Schwimmer:innen im Seil verfangen.

Gummiboote werden oft in Plastikfässern auf klappbaren Sackkarren transportiert und während der Flussfahrt hinten am Boot angebunden. Um das Boot herum ist meistens ein Halteseil angebracht; ein Seil, an dem man sich festhalten kann, z.B. wenn man ins Wasser fällt.

Ein zu langes Halteseil bzw. ein Fass, das an einem Seil hinter dem Gummiboot hertreibt, kann an Steinen, Bäumen, Sträuchern oder Brückenpfeilern hängenbleiben. Das Gummiboot wird dann von der Strömung unter Wasser gedrückt, wobei Passagiere und Gepäckstücke aus dem Boot gespült werden.

Es empfiehlt sich, das Fass direkt am Boot zu befestigen, ähnlich wie ein Reserverad am Kofferraum. Für den Fall, dass sich das Fass oder das Halteseil trotzdem verheddert, sollte ein Taschenmesser griffbereit sein. Sobald das Seil unter Zug steht, können Knoten und Karabiner nicht mehr gelöst werden. 

Die unmittelbare Befestigung des Fasses am Boot bietet ausserdem eine zusätzliche Sicherheit, dass sich das Fass während der Fahrt nicht mit Wasser füllt.

Ängstliche Menschen haben manchmal das Bedürfnis, sich am Boot festzubinden, um nicht ins Wasser zu fallen. Dies kann jedoch fatale Folgen haben, wenn das Boot z.B. an einem Brückenpfeiler hängen bleibt. 

Angebundene Menschen und Tiere werden dann zusammen mit dem Boot unter Wasser gedrückt. Binden Sie sich und Ihre Haustiere auf keinen Fall am Boot fest.

Oft passen Schuhe, Kleider und Proviant nicht mehr in den Aarebag. Wenn diese Gegenstände lose im Boot liegen, werden sie nass. Bei einer Kenterung gehen sie verloren. Verstauen Sie deshalb alle Gegenstände, die Sie während der Fahrt nicht benötigen, in der Plastiktonne, mit der das Gummiboot transportiert wird. 

Im Idealfall sollte pro Person nur ein Aaresack im Gummiboot mitgeführt werden. Falls das Boot kentert, muss jede Person nur einem Gepäckstück hinterherschwimmen.

Getränke werden oft in einem Plastiksack am Boot befestigt, um sie zu kühlen. Dabei kommt es häufig vor, dass Getränke davonschwimmen. Stellen Sie sicher, dass Der Plastiksack nach jeder Entnahme wieder gut verschlossen wird. 

Kunststoffbeutel mit Kordelzug (in Bern auch Kitchener-Säckli genannt) haben sich für diese Aufgabe bewährt, da sie sich leicht öffnen und verschliessen lassen, sich nicht mit Wasser vollsaugen und sich mit den Bändern leicht am Schlauchboot befestigen lassen. 

Gummiboot-Regeln

Seit 2020 muss für alle Mitfahrenden eine Schwimmweste mitgeführt werden. Das Gummiboot muss ausserdem mit Namen, Vornamen und Adresse angeschrieben sein. Die Angabe einer Telefonnummer wird empfohlen. Dies erleichtert den Rettungskräften zu überprüfen, ob jemand in Not ist, falls das Boot ohne Besatzung aufgefunden wird. 

Weiter sollte der Genuss von alkoholischen Getränken auf nach der Flussfahrt verschoben werden. Für Gummiboote und nicht-motorisierte Boote, die nicht immatrikuliert werden müssen, gilt seit 2020 zwar keine Promillegrenze mehr. Laut Gesetz darf jedoch weiterhin nur fahren, wer fahrtüchtig ist. Dies kann im Einzelfall individuell beurteilt werden und bei negativem Ergebnis zum Entzug des Führerscheins führen.

Falls Sie in Not geraten, alarmieren Sie die Notrufnummer 112. Wenn Sie von Ihrem Boot oder Ihrer Gruppe getrennt werden, wählen Sie ebenfalls die Nummer 112 und geben Sie Entwarnung, um unnötige Suchaktionen zu vermeiden.

Die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG) hat die folgenden Flussregeln aufgestellt:

  1. Tragen Sie auf dem Gummiboot eine Schwimmweste.
  2. Die maximale Nutzlast des Schlauchbootes darf nicht überschritten werden.
  3. Schlauchboote dürfen wegen der verschlechterten Manövrierfähigkeit nicht zusammengebunden werden.
  4. Unbekannte Flussabschnitte sollten gemieden oder vor der Fahrt erkundet werden.
  5. Es sollen sich nur geübte Schwimmer:innen in Flüsse und Seen vorwagen.
  6. Wegen der Gefahr von Unterkühlung und Muskelkrämpfen sollte man sich Bei kalter Wassertemperatur nur kurz im Wasser aufhalten.

Bitte tragen Sie Sorge zur Umwelt

An einem schönen Sommertag sind zwischen Thun und Bern ohne weiteres 500 Gummiboote unterwegs mit insgesamt etwa 1 500 Menschen an Bord. An einem schönen Tag am Wochenende sind es gemäss der Direktion für Sicherheit, Umwelt und Energie der Stadt Bern locker doppelt so viele.

Die Gewässerlandschaft zwischen Thun und Bern steht unter Naturschutz: Wenn jede dieser 500 Gruppen an der Aare Holz sammelt, eine Feuerstelle anlegt, ihre Notdurft verrichtet und im schlimmsten Fall auch noch Abfall zurücklässt, wird das Ökosystem zerstört. Halten Sie sich deshalb bitte an die untenstehenden Regeln und sensibilisieren Sie die Menschen in Ihrem Umfeld.

Eine weitere Herausforderung ist das so genannte «Gummiboot-Littering». So landen an einem schönen Sommertag rund 30 Gummiboote nach der Fahrt direkt im Abfall. Die Stadt Bern hat deshalb 2022 die Zahl der Abfallcontainer auf 15 mal 800 Liter erhöht.

Auf dem Fluss

  • Bleiben Sie auf dem Hauptfluss der Aare und befahren Sie keine Seitenarme.
  • Halten Sie bei Schilfgürteln wo möglich einen Abstand von 25 Metern.
  • Vermeiden Sie übermässigen Lärm aus Respekt vor der Tierwelt im Naturschutzgebiet.
  • Werfen Sie Müll und Zigarettenstummeln nicht in die Aare.

An Land

  • Bleiben Sie auf den offiziellen Wegen und dringen Sie nicht in den Wald und Feuchtgebiete ein, da dadurch Tiere gestört und Pflanzen beschädigt werden.
  • Sammeln Sie kein Totholz und beschädigen Sie keine Bäume oder Pflanzen. Das Totholz hat eine wichtige ökologische Funktion.
  • Grillieren Sie nur in offiziellen Feuerstellen oder nehmen Sie einen mobilen Grill und Holzkohle mit.
  • Nehmen Sie sämtliche Abfälle wieder mit und entsorgen Sie diese korrekt, z.B. in den Containern beim Ausstieg in Bern.
  • Benutzen Sie die öffentlichen Toiletten und Komposttoiletten entlang der Aare. Verrichten Sie Ihre Notdurft nicht in der Natur.
  • Lassen Sie Hundekot nicht in der Natur liegen.
  • Campieren Sie nicht im Naturschutzgebiet.

Wilde Feuerstellen, die immer wieder benutzt werden, sind eine Belastung für die Umwelt. Grillen Sie deshalb nur an offiziellen Feuerstellen oder nehmen Sie Holzkohle und einen mobilen Grill mit. Sammeln und verbrennen Sie kein Totholz aus den Wäldern entlang der Aare, sondern bringen Sie Ihre eigene Holzkohle mit. Nehmen Sie sämtliche Abfälle wieder mit und entsorgen Sie diese korrekt.

Kaufen Sie bewusst eine qualitativ hochwertige Schlauchbootausrüstung für eine möglichst lange Lebensdauer. Transportieren Sie das Gummiboot am besten in einer Kunststofftonne auf einer zusammenklappbaren Sackkare. So kann das Boot auch nach einem anstrengenden Tag auf der Aare problemlos nach Hause transportiert werden. Sensibilisieren Sie Ihr Umfeld, keine Einweg-Gummiboote zu kaufen.

Dieser Ratgeber basiert auf den Erfahrungen zahlreicher Aareböötler:innen sowie den angegebenen Webseiten. Die Mobiliar kann für die Korrektheit der Informationen nicht garantieren und lehnt jegliche Haftung im Zusammenhang mit dem Inhalt dieses Beitrags ab.

 

 

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